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Niederlage selbst verschuldet: Gladbach zieht gegen HSV die falschen Schlüsse

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Analyse

Stand: 07.11.2026 • 12:03 Uhr

Borussia Mönchengladbach bleibt nach der Niederlage beim Hamburger SV Letzter - und zieht die falschen Schlüsse aus der Partie.

Von Christian Hornung (Hamburg)

Wäre Alexander Blessin in der 11. und in der 70. Minute einfach mal ein neutraler Fußballfan gewesen, dann - das gab er nach dem 1:3 beim Hamburger SV mit einem etwas gequälten Lächeln bei der anschließenden Pressekonferenz zu - hätte er sich richtig gefreut.

Blessin hadert mit den "Sonntagsschüssen"

Doch auch am neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga war er kein Fan, sondern als Trainer für Borussia Mönchengladbach verantwortlich. Und deshalb feierte er die genialen Fernschuss-Treffer der beiden Hamburger Miro Muheim und Albert Grönbaek zum 1:0 und 3:1 dann doch nicht uneingeschränkt. Er bezeichnete sie vielmehr als "maximal bitter" und resümierte: "Zwei solche Sonntagsschüsse kriegst du auch nicht immer rein."

Tatsächlich lag die Torwahrscheinlichkeit bei Muheims Kracher aus 30,4 Metern bei 1,9 Prozent. Grönbaek kam bei seinem Geschoss aus 27,8 Metern auf 2,1 Prozent. Das heißt: Von 50 Versuchen geht statistisch gesehen jeweils einer rein. Doch ganz so zufällig und schicksalsgegeben waren die Einschläge dann eben doch nicht.

Muheim ist Wiederholungstäter

Muheim hat allein in dieser Saison bereits zwei Partien mit Distanzschüssen spät entschieden: Beim 3:2 in Hoffenheim und beim 1:0 gegen Stuttgart traf er ebenfalls aus zentraler Position weit außerhalb des Strafraums. Der richtige Schluss daraus wäre also gewesen, dem Scharfschützen nicht rund 20 Meter Platz ohne jeden Gegenspieler einzuräumen, sondern rauszurücken, zu stören, zu blocken - und im besten Fall den Schuss sogar zu verhindern.

Es war nicht der einzige falsche Schluss, den die Borussen am Freitagabend (06.11.2026) im Volksparkstadion gezogen hatten. Auch Blessin selbst musste sich einen entscheidenden Anteil an der siebten Saison-Niederlage ankreiden lassen. Immerhin gab er seinen Fehler tatsächlich auch zu.

Diks überraschend draußen, Itakura dann auch bald

Schon bei der Mannschaftsaufstellung hatte der Gladbach-Coach den nach einer Babypause zurückgekehrten Vize-Kapitän Kevin Diks überraschend draußen gelassen. Stattdessen durfte der formschwache Ko Itakura beginnen, der dann gleich mehrfach in große Schwierigkeiten geriet. Immer wieder kam der Japaner in den Zweikämpfen zu spät, ließ sich einmal am eigenen Strafraum tunneln und korrigierte sein schlechtes Stellungspiel dreimal durch Fouls.

In der 38. Minute sah Itakura dann Gelb nach einem beinahe schon Notbremsen-verdächtigen Vergehen an Patson Daka. Nach einem weiteren Foul deutete ihm Schiedsrichter Sven Jablonski bereits an, dass es eng wird. Trotzdem wechselte Blessin den Innenverteidiger zur Pause nicht aus. In der 49. Minute folgte die Gelb-Rote Karte für den Japaner, die Blessin später selbst als "Knackpunkt" bezeichnete.

"Das geht dann auf meine Kappe"

Auf WDR.de-Nachfrage gab der Trainer zu: "Das geht auf meine Kappe. Mein Plan war, Ko nach einer Stunde rauszunehmen, ich dachte, er kriegt das mit seiner Erfahrung hin. Das hat aber leider nicht geklappt, von daher muss ich mir diese Frage irgendwo auch zurecht stellen lassen."

Die 40 Minuten plus Nachspielzeit in Unterzahl waren dann zu viel für die Borussen, um dem Druck der Hamburger standzuhalten. Dabei hatten sie beim Stand von 1:2 durch Joe Scally sogar noch eine Großchance zum Ausgleich, doch trotz einer Torwahrscheinlichkeit in dieser Szene von 66 Prozent verpasste der US-Amerikaner sein zweites Tor an diesem Abend.

Am Ende der Partie hatten die Gladbacher mit 18:17 sogar öfter auf das Tor geschossen als der Gastgeber in Überzahl. Doch immer wieder fehlte es ihnen an Genauigkeit - und der Gegner ließ den Borussen auch einfach nicht so viel Platz wie sie selbst bei Muheim und Grönbaek.

Hammerprogramm nach der Länderspielpause

Nach der nun anstehendenden Länderspielpause wartet ein sehr anspruchsvolles Programm auf die Mönchengladbacher. Am 21. November (ab 15.30 Uhr live in der Radio-Reportage beim WDR) kommt Borussia Dortmund in den Borussia-Park, danach geht es zu Werder Bremen und anschließend zu Bayer Leverkusen.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, "Audiohighlights Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach - 6.11. 20.26, 23.30 Uhr

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