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11 Stars, die ihre Homosexualität lange Zeit geheim hielten

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Öffentlich über die eigene Homosexualität zu sprechen - also ein sogenanntes Coming-out zu haben - ist aufgrund immer noch weit verbreiteter gesellschaftlicher Vorurteile nicht immer einfach. 

Betroffene stehen vor einer Entscheidung, die nicht selten ihr gesamtes Leben verändert: Werde ich ausgegrenzt, weil ich einer abstrakt definierten Norm nicht entspreche? Muss ich auf ein traditionelles Leben mit eigener Familie verzichten und auf ewig allein sein? Und wie wird sich das Coming-out auf meine Karriere auswirken?

Besonders die letzte Frage beschäftigt auch viele Künstler. Selbstredend gibt es homosexuelle Küntsler und Künstlerinnen bereits so lange wie die Kunst an sich. Doch lange Zeit war es verpönt, sich öffentlich zur eigenen Homosexualität zu bekennen, wollte man als "Mainstream-Star" erfolgreich sein. Zu schwierig sei man danach für die breite Masse zu vermarkten, so das Argument der Plattenfirmen - und Filmstudio-Bosse. Zu groß sei die Gefahr, Homophobie könne die hart erarbeitete Karriere zerstören. 

Und nicht zu vergessen: In den USA wurde das landesweite Verbot von Homosexualität erst 2003 aufgehoben (in verschiedenen Bundesstaaten bereits früher).

Wir stellen Ihnen einige Stars vor, die lange Zeit ihre Homosexualität geheim hielten:

Queen Latifah

Lange Zeit hielt Schauspielerin und Rapperin Queen Latifah ihre Sexualität unter Verschluss. In der Öffentlichkeit sprach sie kaum über ihr Privatleben. Seit 2013 ist sie mit ihrer Partnerin Eboni Nichols zusammen. Die Schauspielerin bestätigte ihre Beziehung, als sie ihre Partnerin bei den BET Awards 2021 öffentlich als "meine Liebe" bezeichnete.

Matt Bomer

Der Kino- und Serien-Star Matt Bomer outete sich im Jahr 2012 und ist seit 2011 mit seinem Ehemann Simon Halls verheiratet. "Ich outete mich zu einer Zeit, als es sehr riskant war - ich hatte einen Studiofilm, der kurz vor der Premiere stand, und eine Fernsehserie, die herauskam", erinnerte sich Bomer in einem Interview. "Aber für mich war es wichtiger, mein authentischstes Ich zu sein, sowohl für meine Familie als auch für mich selbst." Seit seinem Coming-out scheint sich Bomer auch verstärkt zu homosexuellen Rollen vor der Kamera hingezogen zu fühlen, unter anderem in "The Normal Heart" und "Fellow Travellers". Für diese Darstellungen wird Bomer von Kritik als auch Fans regelmäßig bejubelt.

Ricky Martin

Ricky Martin zählte in den 1990er- und 2000er-Jahren zu den größten Frauenschwärmen der Musikbranche. Obwohl es Gerüchte gab, er könne schwul sein, schwieg der Sänger dazu eisern - auf jahrelanges Anraten seiner Berater, um keine weiblichen Fans zu verlieren. 2010 aber gab Martin bekannt: "Ich bin stolz, sagen zu können, dass ich ein homosexueller Mann bin." Von 2018 bis 2013 war er mit Jwan Yosef verheiratet. Der Sänger hat zwei Kinder, die mit Hilfe einer Leihmutter auf die Welt kamen.

Wentworth Miller

Der stets sehr ernst dreinschauende "Prison Break"-Star Wentworth Miller verkörperte in der Serie einen Gefängnisinsassen, der das klassische Männlichkeitsbild verkörperte: taff, zugeknöpft und dazu bereit, für seine Liebsten alles zu tun. Sein gesamter Körper war zudem mit Tattoos übersät. 2013 verkündete Miller, über dessen Privatleben seit jeher wenig bekannt ist, dann aber:"Ja, ich bin schwul", nachdem er eine Einladung zum Film Festival St. Petersburg wegen der Haltung von Russland gegen Homosexuelle ablehnt hatte. "Ich bin zutiefst erschüttert von der Haltung und dem Umgang mit homosexuellen Männern und Frauen durch die russische Regierung", sagte er damals. "Die Situation ist in keinster Weise akzeptabel und ich kann nicht mit gutem Gewissen an einem feierlichen Anlass in einem Land teilnehmen, wo Menschen wie mir systematisch die Grundrechte offen zu leben und zu lieben entzogen werden."

Sara Ramírez

Im "Sex and the City"-Ableger "And Just Like That" spielt Sara Ramírez die erste nicht-binäre Figur der Serie. Diese kam bei den Fans allerdings derart schlecht an, dass sie aus der Serie wieder rausgeschrieben wurde. Auch privat nutzt der ehemalige "Grey's Anatomy"-Star die Pronomen "They/Them" und outete sich 2016 als bisexuell und non-binär. Das bedeutet, dass Ramírez sich weder ausschließlich als männlich noch weiblich identifiziert. In "Grey's Anatomy" bildete sie zusammen mit Jessica Capshaw das beliebteste lesbische Pärchen der Serie.

Jannik Schümann

Der deutsche Schauspieler Jannik Schümann steht seit 2003 vor der Kamera, im Jahr 2020 outete er sich auf Instagram als homosexuell und verriet, in einer Beziehung mit einem Mann zu leben. "Ich versuche, ein Sprachrohr zu sein für diejenigen, die in einer gerechteren, freieren Welt leben wollen. Ich sehe das als meine Verantwortung, mit der Reichweite, die ich habe", erklärte er über sein Coming-out anschließend in einem Interview. Die Reaktionen auf Instagram waren überwiegend positiv, was Schümann eigenen Worten zufolge sehr rührte. Seitdem setzt er sich regelmäßig für die Rechte der LGBTQIA+-Community ein. Er ist mit Felix Kruck verlobt, die beiden teilen regelmäßig romantische Pärchen-Bilder auf Instagram.

Ian McKellen

Kult-Schauspieler Ian McKellen sprach erst spät offen über seine Homosexualität: Sein öffentliches Coming-out erfolgte 1988, als er bereits 49 Jahre alt war. Anlass war ein Radiointerview bei der BBC, in dem er sich gegen die umstrittene Section 28 wandte, ein Gesetzesentwurf der Thatcher‑Regierung, der die "Förderung von Homosexualität" verbieten sollte. McKellen erklärte später, er habe sich zuvor aus Angst um seine Karriere nicht geoutet - insbesondere im britischen Theater- und Filmbetrieb, der lange von Vorurteilen geprägt war. Rückblickend sagte er selbstkritisch: "Ich war mein ganzes Leben im Verborgenen, und das war töricht" und ergänzte: "Ich bereue es, mich nicht früher geoutet zu haben." Zugleich betonte er, dass er damals keine offen schwulen Vorbilder in seiner Branche gehabt habe. Heute sieht McKellen sein Coming-out als einen befreienden Schritt und ermutigt andere, offen zu leben: "Ehrlich darüber zu sein, wer man ist, befreit einen."

Ellen DeGeneres

Es ist eines der bekanntesten Outings des Showbusiness: Zuerst erklärte Comedian Ellen DeGeneres ihre sexuelle Orientierung auf dem Titel des Time Magazine mit dem berühmten Satz "Yep, I'm gay." Kurz darauf folgte das Coming-out auch in ihrer Sitcom "Ellen", in der sich ihre gleichnamige Serienfigur ebenfalls offen zu ihrer Homosexualität bekannte. DeGeneres hatte sich nicht früher in ihrer Karriere geoutet, weil auch sie große Angst vor beruflichen Konsequenzen hatte. Tatsächlich verlor sie nach dem Outing ihre Sendung und wurde zeitweise von der Branche gemieden - doch mit ihrer Talkshow gelang ihr ein fulminantes Comeback. Heute gilt Ellen DeGeneres' Coming-out als Meilenstein für die Sichtbarkeit von LGBTQ+-Menschen im Fernsehen. Mit Portia DeRossi - bekannt unter anderem aus der Serie "Ally McBeal" - ist sie seit 2008 verheiratet. Die beiden gaben sich in ihrem Haus in Beverly Hills das Jawort, kurz nachdem die gleichgeschlechtliche Ehe im US‑Bundesstaat Kalifornien legalisiert worden war. Mittlerweile lebt das Paar in England.

George Michael

Der 2016 verstorbene Sänger George Michael outete sich erst 1998 öffentlich als homosexuell, nachdem er in Los Angeles wegen "unsittlichen Verhaltens" festgenommen worden war. Zuvor hatte er seine Sexualität über Jahrzehnte verborgen: Als internationaler Popstar und Sexsymbol der 1980er‑Jahre befürchtete er, ein Coming-out könne seine Popularität, besonders in konservativen Märkten, zerstören. Kurz nach dem Vorfall erklärte er offen: "Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass die Leute wissen, dass ich schwul bin." Gleichzeitig sprach er selbstkritisch über seine lange Zurückhaltung: "Ich habe jahrelang in Angst gelebt." In Interviews betonte er später, dass nicht Scham über seine Identität, sondern der enorme Druck der Musikindustrie ihn zum Schweigen gebracht habe.

Jodie Foster

Auch Jodie Foster sprach lange nicht öffentlich über ihre Homosexualität und entschied sich erst spät in ihrer Karriere für ein offenes Coming-out. Zwar war sie in Hollywood und den Medien schon seit Jahren als lesbisch bekannt, doch erst 2013 äußerte sie sich bei der Verleihung der Golden Globe Awards explizit dazu. In ihrer Dankesrede sagte sie: "Ich will es einfach mal laut und stolz sagen: Ich bin Single" - was sie ironisch als indirektes Coming-out nutzte. Das Publikum im Saal reagierte mit tosendem Applaus. Laut eigenen Worten habe sie sich nicht früher geoutet, weil sie ihre Karriere und vor allem ihre Kinder vor öffentlicher Vereinnahmung schützen wollte und Privatsphäre für sie ein Grundrecht sei. "Ich war immer sehr offen über mein Privatleben. Aber man muss verstehen: Privatsphäre ist für mich nichts, hinter dem man sich versteckt." 

Rock Hudson

Rock Hudsons Homosexualität wurde zu Lebzeiten weitgehend verborgen und erst sehr spät öffentlich bekannt. Der Hollywood-Star der 1950er- und 1960er‑Jahre lebte in einer Zeit, in der ein Coming-out das sichere Ende einer Filmkarriere bedeutet hätte: Homosexualität galt als Skandal, Studios kontrollierten das Privatleben ihrer Stars streng, und Hudson wurde bewusst als Inbegriff des heterosexuellen Leading Man vermarktet. Ein freiwilliges Outing fand daher nie statt. Erst 1985, kurz vor seinem Tod, wurde seine sexuelle Orientierung indirekt öffentlich, als bekannt wurde, dass er an AIDS erkrankt war - ein Schock für Hollywood und die Öffentlichkeit. In einer offiziellen Erklärung sagte Hudson damals: "Ich bin nicht glücklich darüber, dass ich krank bin. Ich bin nicht glücklich darüber, dass ich AIDS habe." Über seine Homosexualität selbst äußerte er sich nie explizit öffentlich, was Historiker vor allem auf den massiven gesellschaftlichen Druck, die Angst vor beruflicher Vernichtung und die homophobe Atmosphäre des klassischen Hollywoods zurückführen. 

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