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Wie man mit KI in der Schule schummelt

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Selbst der faulste Schüler wird bereits verstanden haben, wie einfach das Schummeln im Schulalltag heute geworden ist. Es reicht, eine schulische Fragestellung - eine Matheaufgabe, eine Angabe für eine Deutschhausübung oder das Aufzählen der Funktionen einer biologischen Zelle - mit dem Handy abzufotografieren. Und die KI spuckt in wenigen Sekunden die (zumeist) richtige Lösung aus.

Den minimalsten Aufwand hat der Schüler dann, wenn er die KI-Antwort einfach in sein Heft überträgt. Ist die Aufgabe am PC vorgegeben, reicht also „copy-paste", sonst muss das Ergebnis halt abgeschrieben werden. Bei Textaufgaben weiß man, dass von der KI mitunter als etwas seelenlos formulierten Texte minimal umgeschrieben werden können; vielleicht werden ein, zwei Fehler absichtlich eingebaut, damit es nicht zu sehr auffällt. Es gibt sogar KI-Tools wie „humanifier", die KI-Texte genau in diesem Sinne „vermenschlichen".

KI in der Schule als weltweites Problem

Das ist freilich kein Problem, das allein das österreichische Schulsystem vor neue Herausforderungen stellt. Die KI „spricht" nahezu alle Sprachen dieser Welt. Und entsprechend ratlos sind demnach die Schulsysteme auch in anderen Staaten. 

Noch gibt es wenig gute Ideen, wie sich Lehrer gegen die KI-generierten Antworten wehren könnten. Ein mündlicher Test der abgegebenen Aufgabe ist für eine ganze Klasse oft zu aufwendig. Zudem kommt der Umstand, dass auch Lehrer die abgelieferten Hausübungen selber von einer KI überprüfen und sogar bewerten lassen. Dann werden KI-Texte von KI-Programmen analysiert - zum Schaden aller.

Wie Schulleitungen selbst mit KI umgehen sollen, will das Bildungsministerium in einer neuen KI-Strategie festschreiben. Neben Grundsatzfragen soll es darum gehen, welche Tools erlaubt sind oder welche Regeln bei Prüfungen gelten. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) will auch über Anpassungen bei der Leistungsbeurteilung diskutieren.

KI als besserer Nachhilfelehrer

Die KI ist längst da, das zeigen Umfragen unter Schülern, und wird mehr oder minder häufig genutzt. Dabei kann diese neue Technologie auch ganz anders eingesetzt werden - etwa als Nachhilfelehrer.

 Wenn Schüler etwa ein Matheproblem lösen sollen, kann die KI auch angewiesen werden, nicht einfach die Antwort auszuspucken, sondern den Schüler Schritt für Schritt zur Lösung hinzuführen. Das geht bei nahezu allen Aufgaben - etwa beim Sammeln von Pro- und Contra-Argumenten, bei der Hilfe, wie man einen Aufgabentext strukturieren könnte, oder um die Fragen zu beantworten, die zum Verständnis eigentlich nötig sind.

Klar ist wohl allen, Schülern wie Lehrern, dass Schummeln mithilfe der KI grundsätzlich verboten ist. §11 der Leistungsbeurteilungsverordnung sagt: „Vorgetäuschte Leistungen sind nicht zu beurteilen. Wenn infolge vorgetäuschter Leistungen die Beurteilung eines Schülers für ein Semester (..) in einem Unterrichtsgegenstand nicht möglich ist, hat der Lehrer eine Prüfung über den Lehrstoff dieses Semesters durchzuführen, von der der Schüler eine Woche vorher (..) zu verständigen ist. Versäumt der Schüler eine solche Prüfung, gilt er als "nicht beurteilt„ (..). Schularbeiten, die zufolge einer vorgetäuschten Leistung nicht beurteilt werden, sind wie versäumte Schularbeiten zu behandeln. Unerlaubte Hilfsmittel, deren sich der Schüler bedienen könnte, sind ihm abzunehmen und nach durchgeführter Leistungsfeststellung zurückzugeben."

Nur gibt es diesen gesetzlichen Passus seit 1974. Schummeln im Unterricht ist zweifellos so alt wie der Unterricht selbst - und solche Verbote haben Schüler letztlich noch nie abgeschreckt.

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