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Netflixserie „Blutopfer": Kopflos im Schärengarten

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Es ist eine ziemlich gemeine Falle, die der Mörder seinen Opfern in der neuen Serie „Blutopfer" stellt. Ein Notruf geht ein, eine Frau weint verzweifelt ins Telefon, dass sie von jemandem mit einem Messer bedroht wird. Der Anruf wird lokalisiert, eine Streife fährt hin. Erst geht der eine Polizist ins Haus, dann seine Partnerin. Das Nächste, was man von ihnen weiß, ist, dass ihr Blut großflächig auf dem Panoramafenster des Designerbaus im Schärengarten verspritzt ist. Ihre Leichen werden ohne Kopf gefunden, die Frau, die den Notruf abgesetzt hat, hingegen gar nicht.

Ermittler Thomas Berg steht vor dem Albtraum jedes Polizisten: Er muss den grausamen Mord an Kollegen aufklären. Sein Team ist dementsprechend ungeduldig, weil die Spuren und Theorien bei null liegen. Bis Thomas sich an den Mord an einer Polizistin kürzlich in einer anderen schwedischen Stadt erinnert.

Serienmörder

Man versucht, seine Anfrage erst abzuwimmeln, weil es ja bereits einen Verdächtigen in Haft für die Tat gibt. Aber Thomas hat richtig vermutet: Es gibt eine Verbindung zwischen den Fällen. Auch die erste Polizistin hatte sich auf den Weg zu einem Ort gemacht, von dem aus eine Frau die Einsatzzentrale alarmiert hatte.

Allerdings bekommt Thomas nun von seinem Chef den Auftrag, niemandem von seiner Entdeckung zu erzählen. Außer der Kollegin, die ihm vom Vorgesetzten als zweiter Ermittler zugestanden wird. Thomas hat aber noch ein weiteres Ass im Ärmel. Auch wenn es ihn einiges an Überwindung kostet, dieses zu ziehen.

Vater als Berater

Sein Vater Alfred lebt zurückgezogen und von seinem Sohn entfremdet in einer zugemüllten Wohnung. Da hat er seine Modelleisenbahn, in der er Thomas' Chef als Miniatur-Double verunfallen hat lassen. Er war auch einmal Polizist, wurde aber „gefeuert wegen unsensibler Sprache". Dabei hat er doch nur eine Kollegin „Süße" genannt, „und das womöglich wiederholt". Alfred ist es schließlich, der intuitiv eine Idee hat, die eine wichtige Erkenntnis über die Notruf-Anrufe bringt. Die ändert aber nichts daran, dass sich das von Thomas' Chef verordnete Stillschweigen bald rächt.

„Blutopfer" ist ein klassischer Nordic Noir, eines der beliebtesten Genres bei Netflix. Geschrieben hat den Fünfteiler allerdings ein Brite, George Kay kennt man als Kopf hinter „Lupin". Er wollte sich unbedingt einmal in genau diesem Genre versuchen, der schwedische Autor Aron Levander sorgte für die „Schwedisierung". Auch dieser Krimi wird mit seiner düsteren Stimmung - im dämmrigen Mittsommer - sicher Nr. 1 der Serien werden. Zu Recht.

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