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Genug Grün im Zentrum? Österreichs Städte im Hitze-Check

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„Wir werden nicht herumkommen, etwas tun zu müssen", mahnt Melanie Ebner, Expertin für Boden- und Naturschutz bei Greenpeace. „Das Problem geht ja nicht weg." Das „Problem" spürten weite Teile Mitteleuropas in diesem zu Ende gehenden Sommer deutlich - mehrere Hitzewellen trieben die Temperaturen in bisher nie gemessene Höhen; auch Österreich erlebte mit 41,2 Grad den höchsten Wert seit Beginn der mehr als 250-jährigen Messgeschichte.

Die Umweltschutzorganisation warf einen Blick auf die österreichischen Städte, wertete die Hitzebelastung von rund 80 Kommunen ab 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern aus und glich die Ergebnisse mit dem Anteil von Grünraum in den jeweiligen Zentren ab.

Zu wenig Grün in den Stadtkernen

Das Ergebnis ist durchwachsen: Studien betrachten laut Ebner einen Grünanteil von zumindest 45 Prozent als optimal, um für ein geeignetes Mikroklima - Beschattung, Verdunstung - zu sorgen. Doch diesen Wert erreichten nur 13 der 80 untersuchten Städte, das ist ein Anteil von 16,3 Prozent.

Der Grünanteil liegt zwischen 17,5 Prozent (Wolfsberg, Kärnten) und 55,3 Prozent (Lustenau, Vorarlberg). Je höher der Grünanteil, desto angenehmer auch das gefühlte Klima in einer Stadt, erläutert Ebner, das macht Hitzewellen erträglicher.

Reparieren der Fehler der Vergangenheit

Nun sei es an den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, entsprechend zu handeln, mahnt die Expertin. „Da ist viel zu reparieren, das in den vergangenen Jahrzehnten falsch gemacht wurde. Man hat Städte falsch geplant, weil man vor 40, 50 Jahren nicht davon ausgegangen ist, dass es regelmäßig 30, 35 oder sogar 40 Grad heiß wird."

Die Bilanz der Hitzetage 2026 zeigt ein deutliches Bild: Bis 1. August erreichten viele Gemeinden schon die gleiche Anzahl an Tagen mit mindestens 30 Grad wie im gesamten Jahr 2025. Gleichzeitig fehlten kühlende Grünflächen, das erhöhe die Hitzebelastung.

In Lienz in Tirol etwa gab es zum Stichtag 1. August 35 Hitzetage bei einem Grünanteil im Stadtzentrum von nur 18,9 Prozent.

Langfristig bräuche es Maßnahmen, um gegenzusteuern, rät Ebner. „Die beste Option ist entsiegeln. Aber so realistisch muss man sein, das ist unfassbar teuer. Und man braucht auch viel Expertise dafür." Gemeinden sollten beginnen, sich Rat zu holen, „schauen, was brauchen wir wo? Wo ist es leicht, zu entsiegeln, wo besonders dringend, einen Baum zu pflanzen? Doch vielen Bürgermeistern ist das Problem noch nicht bewusst."

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